Hier beantworten wir
häufig gestellte Fragen
rund um das Thema Windkraft.
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FAQs
Unsere FAQs – gut gefragt, klar beantwortet
Im Laufe der Zeit haben uns viele gute und wichtige Fragen erreicht. Wir haben sie gesammelt und verständliche Antworten formuliert, die euch helfen sollen, Zusammenhänge besser zu verstehen und gute Argumente an der Hand zu haben.
Fehlt aus eurer Sicht eine Frage oder ein Thema? Dann freuen wir uns sehr über eure Rückmeldung. Schickt uns eure Fragen gerne zu – wir nehmen sie mit auf. Ein herzliches Dankeschön an Josef Erhard für die sorgfältige Ausarbeitung und Strukturierung unserer FAQs.
Ende 2024 gab es in Deutschland insgesamt 30.405 Windenergieanlagen. Davon befinden sich 28.766 an Land (Onshore) und 1.639 auf See (Offshore).
Quellen:
- Bundesverband WindEnergie e.V., Zahlen zur Windkraftnutzung in Deutschland, Stand 2024. (wind-energie.de)
- Aktuelle Auswertungen abrufbar über das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. (https://www.marktstammdatenregister.de/)
Diese Begriffe beschreiben Leistung – also wie viel Stromleistung zu einem Zeitpunkt erzeugt oder verbraucht wird.
Der Unterschied zwischen ihnen ist immer der Faktor 1.000:
- Kilowatt (kW) = 1.000 Watt
→ typische Größe für Haushaltsgeräte oder Einfamilienhäuser - Megawatt (MW) = 1.000 Kilowatt
→ Leistung größerer Anlagen, z. B. einzelner Windräder - Gigawatt (GW) = 1.000 Megawatt
→ Größenordnung ganzer Kraftwerke oder Regionen - Terawatt (TW) = 1.000 Gigawatt
→ Größenordnung von nationalen oder globalen Energiesystemen
Merke: Jede Stufe ist immer 1.000-mal größer als die vorherige.
Im ersten Halbjahr 2025 betrug die gesamte Stromerzeugung in Deutschland 221 Terawattstunden (TWh). Davon entfielen auf die erneuerbaren Energien:
- Windstrom: 60,2 TWh (27,2 Prozent)
- Solarstrom: 39,3 TWh (17,8 Prozent)
- Biogas: 13,9 TWh (6,3 Prozent)
- Wasserkraft: 8,2 TWh (3,7 Prozent)
- Geothermie: 0,2 Prozent
Der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix lag somit bei insgesamt etwa 55 Prozent. Im Vergleich dazu stammten 50,3 TWh (22,7 Prozent) aus Kohlekraft und 35,8 TWh (16,2 Prozent) aus Gaskraftwerken.
Quelle:
Vorläufige Daten zur Stromerzeugung in Deutschland im ersten Halbjahr 2025, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Stand 2025. (bdew.de)
Wind- und Solarstrom wird nur erzeugt, wenn ausreichend Wind weht oder die Sonne scheint. Daher können diese erneuerbaren Energien allein keine kontinuierliche Grundlastversorgung gewährleisten. Die Grundlastsicherung erfolgt weiterhin durch Kohle- und Gaskraftwerke.
Laut Bundeswirtschaftsministerin Reiche werden bis 2030 rund 70 Gaskraftwerke mit je 300 Megawatt (MW) Leistung benötigt, um die Grundlast abzusichern. Um bis 2035 eine steuerbare Kapazität von insgesamt 35,5 Gigawatt (GW) bereitzustellen, werden voraussichtlich 118 Gaskraftwerke erforderlich sein. An etwa 120 Tagen im Jahr stehen Windräder still, und auch eine Verdopplung der Anlagenzahl würde bei Windstille keinen Strom erzeugen. Deutsche Windkraftanlagen erreichen im Mittel weniger als 1600 Volllaststunden pro Jahr.
Quelle:
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Angaben zur Grundlastsicherung und Planungen für steuerbare Kraftwerkskapazitäten (Stand 2025).
Weil das Stromnetz in Deutschland mit einer festen Frequenz von 50 Hertz betrieben wird.Diese Frequenz ist für den sicheren Betrieb elektrischer Geräte zwingend erforderlich.
Entscheidend ist dabei das Gleichgewicht zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch:
- Wird mehr Strom verbraucht als erzeugt, →sinkt die Netzfrequenz unter 50 Hertz.
- Wird mehr Strom erzeugt als verbraucht, →steigt die Netzfrequenz über 50 Hertz.
Schon kleine Abweichungen können zu Störungen führen; größere Abweichungen gefährden die Netzstabilität und können automatische Abschaltungen auslösen.
Eine stabile Grundlastversorgung sorgt dafür, dass Erzeugung und Verbrauch jederzeit im Gleichgewicht bleiben – und damit die Netzfrequenz stabil bei 50 Hertz gehalten wird.
Dunkelflaute bedeutet, dass keine Sonne scheint und kein Wind weht. Die Stromerzeugung aus Photovoltaik und Windkraft ist in diesen Zeiten kaum möglich.
Hellbrise bedeutet, dass mehr Strom durch Sonne und Wind produziert werden könnte als wir tatsächlich an Strom verbrauchen. Dies führ zu technisch notwendigen Abschaltungen von Kraftwerken, um Überlastungen des Stromnetzes zu vermeiden.
Wenn Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, liefern erneuerbare Energien wie Windkraft- und Photovoltaikanlagen nur sehr wenig Strom. In solchen Situationen muss die Stromversorgung durch andere Quellen abgesichert werden. Dazu gehören vor allem Kohle- und Gaskraftwerke, die kurzfristig hochgefahren werden können. Zusätzlich wird Strom aus dem Ausland importiert, zum Beispiel Kohlestrom aus Polen oder Atomstrom aus Frankreich und Tschechien.
Daten aus dem Jahr 2025 zeigen, dass es mehrfach zu sehr niedriger Einspeisung aus erneuerbaren Energien kam. So lag im Mai 2025 die Windstromproduktion trotz einer installierten Leistung von 72,2 GW nur bei 10,7 GW (ca. 14,9 % Auslastung). An einzelnen Tagen, etwa am 27. Juli oder im September 2025, produzierten erneuerbare Energien nur wenige Gigawatt Strom, während der Strombedarf allerdings zwischen 38 GW und 66 GW lag. Am 25. November 2025 mussten bei einem Bedarf von 72 GW rund 54 GW durch konventionelle Kraftwerke und Stromimporte gedeckt werden.
Diese Beispiele verdeutlichen, dass erneuerbare Energien ohne ausreichende Speicher und Backup-Kraftwerke derzeit nicht allein eine durchgehend stabile Stromversorgung gewährleisten können.
Quelle:
Energieportal „Energy Charts“ (Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE), Auswertungen zur Stromerzeugung und zum Strombedarf in Deutschland.
Im ersten Halbjahr 2025 importierte Deutschland rund 37,8 Terawattstunden (TWh) Strom und exportierte etwa 29,5 TWh. Damit ergab sich ein Netto-Importüberschuss. Der Stromverbrauch in Deutschland verteilt sich überwiegend auf die Industrie mit etwa 75 Prozent, während private Haushalte etwa 25 Prozent des Verbrauchs ausmachen.
Quelle:
Zahlen zur Stromimport- und Exportbilanz sowie zum Stromverbrauch in Deutschland im ersten Halbjahr 2025 basieren auf vorläufigen energiewirtschaftlichen Daten aus dem Quartalsbericht des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und weiteren Marktanalysen (Stand 2025). BDEW
Im Freistaat Bayern gibt es aktuell rund 1160 Windenergieanlagen, die Strom aus Windenergie erzeugen (Stand Mitte bis Ende 2025). Etwa 150 weitere Anlagen sind bereits genehmigt bzw. in Planungs- oder Genehmigungsverfahren. Die Bayerische Staatsregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 etwa 1.000 zusätzliche Windräder zu bauen. Im Bayerischen Staatswald besteht das Potenzial, rund 500 Windenergieanlagen zu errichten, von denen bereits ein Teil auf den Weg gebracht wurde.
Quelle:
Amtliche Angaben des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und Antworten auf parlamentarische Anfragen (Stand 2025). bayern.landtag.de
Wind- und Solarstrom werden häufig als besonders günstige Energiequellen dargestellt, da für Wind und Sonne selbst keine Brennstoffkosten anfallen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass die tatsächlichen Kosten für Stromverbraucher deutlich höher sind. Deutschland weist mit durchschnittlich rund 39 Cent pro Kilowattstunde einen der höchsten Strompreise weltweit auf.
Ein wesentlicher Kostenfaktor ist die staatlich garantierte Einspeisevergütung für Betreiber von Windkraftanlagen. Diese lag beziehungsweise liegt je nach Inbetriebnahmezeitpunkt bei etwa 7,35 Cent pro Kilowattstunde. In Schwachwindregionen, zum Beispiel in Bayern, kommen weitere Zuschläge hinzu, die bis zu 55 Prozent der Basisvergütung betragen können (ca. 4,04 Cent pro Kilowattstunde).
Quellen:
- Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) – Regelungen zur Einspeisevergütun
- Bundesnetzagentur (BNetzA): Angaben zu Strompreisen, Netzentgelten und Netzausbau
- Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK): Schätzungen zu Kosten des Netzausbaus
- Energieportal „Energy Charts“ (Fraunhofer ISE) – Stromerzeugungs- und Marktdaten
Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2023) sollen bis zum Jahr 2030 mindestens 80 Prozent des deutschen Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Wind- und Solarenergie. Außerdem ist gesetzlich festgelegt, dass die Stromerzeugung in Deutschland bis 2035 nahezu vollständig auf erneuerbaren Energien beruhen soll. Ein verbindliches Ziel, bereits bis 2025 eine nahezu vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien zu erreichen, ist im EEG nicht vorgesehen.
Quelle:
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2023), §§ 1 und 4; Informationen zur Energiewende auf bundeswirtschaftsministerium.de
Das Referenzmodell ist ein Förderinstrument des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), das vergleichbare Wettbewerbsbedingungen für Windenergieanlagen an unterschiedlichen Standorten schaffen soll. Da das Windaufkommen regional stark variiert, würde sich der Ausbau ohne Ausgleich auf windstarke Regionen konzentrieren. Um auch windschwächere Regionen wie Bayern und Baden-Württemberg für Investoren lukrativ zu machen, wurde ein Referenzstandort festgelegt.
Dieser Referenzstandort entspricht einer mittleren Windgeschwindigkeit von 6,45 m/s in 100 Metern Höhe und einem Referenzertrag von 100 Prozent. Die Erträge geplanter Standorte werden damit verglichen. Liegt der Ertrag darunter, gilt der Standort als Schwachwindstandort und erhält eine höhere Einspeisevergütung. Je geringer der Referenzertrag, desto höher der Zuschlag.
Die Einstufung der Standorte erfolgt überwiegend anhand von Windkarten und Ertragsmodellen, etwa aus dem Bayerischen Windatlas. Reale, flächendeckende Windmessungen wurden in der Regel nicht durchgeführt. In Bayern liegen auf rund 36,7 Prozent der Landesfläche die durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten unter 6,5 m/s und damit unterhalb des Referenzwertes.
Quellen:
- Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) – Regelungen zum Referenzertragsmodell (§§ Windenergie an Land)
- Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) – Erläuterungen zur Förderung von Windenergie
- Bundesnetzagentur (BNetzA) – Hintergrundinformationen zu EEG-Vergütungssystemen
- Bayerischer Windatlas (Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie)
Wind- und Solarstrom lassen sich technisch speichern, die vorhandene Speicherkapazität in Deutschland ist jedoch im Verhältnis zum Strombedarf sehr gering. Ein alleiniger Ausgleich von Erzeugungsschwankungen über Speicher würde extrem große Kapazitäten erfordern.
Stand 2024 / Anfang 2025 sind in Deutschland Batteriespeicher mit einer Leistung von rund 19 bis 22 GWh installiert, viele davon in privaten Photovoltaik-Haushalten. Diese Kapazität würde rechnerisch nur für wenige Minuten der bundesweiten Stromversorgung ausreichen und ist nicht geeignet, längere Zeiträume zu überbrücken.
Der Strombedarf liegt über viele Stunden bei etwa 50 GW. Um diesen Bedarf für 12 Stunden ausschließlich aus Speichern zu decken, wären Speicherkapazitäten im Bereich mehrerer hundert Gigawattstunden erforderlich, was die heutige Kapazität um ein Vielfaches übersteigt.
Bei sogenannten Dunkelflauten mit wenig Wind und Sonne, die Stunden oder Tage dauern können, stoßen Batteriespeicher an ihre Grenzen. Daher zeigen Energiesystemanalysen, dass neben Speichern auch steuerbare Kraftwerke und andere Flexibilitätsoptionen wie Gaskraftwerke, Wasserstoff, Lastmanagement oder Stromimporte notwendig sind. Angaben zu einer bestimmten Anzahl benötigter Gaskraftwerke stellen dabei theoretische Rechenbeispiele dar und sind keine verbindlichen Ausbauziele.
Quellen:
- Derzeitige Batteriespeicher-Kapazität in Deutschland ~19–22 GWh, reicht nur für Minuten der Gesamtversorgung. Enerdata +1
- Studien zur langfristigen Speicherkapazität zeigen, dass weit größere Kapazitäten (z. B. Hunderte GW bis 2050) gebraucht würden, wenn man ausschließlich auf Speicher setzen würde. Energy Storage Europe
Die jährlichen Kosten für EEG-Maßnahmen liegen bei etwa 17 bis 19 Milliarden Euro. Für den Zeitraum 2025 bis 2045 werden die Gesamtkosten der Energiewende auf rund 5 Billionen Euro geschätzt, darunter Energieimporte (2,0–2,3 Billionen), Netzausbau (ca. 1,2 Billionen), Investitionen in Energieerzeugung (1–1,5 Billionen) und Betriebskosten (ca. 500 Milliarden). Ein leistungsfähiges Netz und ausreichende Speicherkapazitäten sind Voraussetzung für die Energiewende, doch der Netzausbau liegt laut Bundesrechnungshof rund sieben Jahre bzw. etwa 6.000 km im Rückstand. Die fortlaufenden Subventionen und Ausbaukosten belasten dadurch Haushalte und Wirtschaft.
Quelle: Bundesrechnungshof zur Energiewende und Netzausbau; Schätzungen zu Energiewende-Kosten in Studien zur Energieversorgung (z. B. Energiewirtschaftliche Analysen).
Die Herstellung einer 6 MW-Windkraftanlage einschließlich Fundament kostet rund 10,4 Mio. €. Die zusätzlichen laufenden Betriebskosten über 20 Jahre betragen etwa 7,5 Mio. €, sodass sich die Gesamtkosten über 20 Jahre auf etwa 17,9 Mio. € belaufen.
Zur Kostenaufstellung im Detail:
- Herstellungskosten inkl. Fundament: 1.230 €/kW
- Investitionsnebenkosten: 560 €/kW
- Kosten für den Bau eines 1 MW-Windrads: 1,736 Mio. €
- Gesamtkosten für 6 MW/Windrad: 10,4 Mio. €
- Zusätzliche laufende Betriebskosten über 20 Jahre: 7,5 Mio. €
Quelle:
Eigene Berechnungen basierend auf angegebenen Stückkostenangaben für Windkraftanlagen.
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